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Anfang April 2002 war es soweit: Osterferien - die Autoreise nach Andalusien stand bevor.
Asha - gerade 7 Monate jung - sollte natürlich auf die 2500 km lange Reise mit. Nun mußten noch einige Fragen geklärt werden:

- Welche Impfungen sind erforderlich?
- Wie sehen die aktuellen Einreisebestimmungen für Spanien aus?
- Sind besondere Vorsorgemaßnahmen erforderlich?
- Wie muß die Fahrt für den Hund geplant werden (Pausen, Fütterung, etc.)?

Eine Nachfrage bei unserem Tierarzt schaffte schnell Klarheit. Die in Deutschland üblichen Impfungen reichen für eine Reise nach Spanien aus. Voraussetzung ist allerdings, daß der Hund durchgeimpft ist.

Bezüglich der aktuellen Einreisebestimmungen zeigte sich sehr schnell, daß die einschlägigen Internetseiten eine sehr große Hilfe sind. Jedoch sind sie - wie auch die bei den Tierärzten erhältlichen Merkblätter - nicht immer auf aktuellem Stand, da sich die Bestimmungen der Länder im Rahmen der Normalisierungsbestrebung der EU zum Teil sehr schnell ändern. Eine Anfrage beim örtlich zuständigen Veterinäramt, bzw. Amtstierarzt schafft hier jedoch Klarheit.
In unserem Fall waren die gängigen Schutzimpfungen und ein aktuelles Gesundheitszeugnis des Tierarztes ausreichend.

Über Bekannte und auch aus dem Internet erfuhren wir dann von den Sandmücken, die in südlichen Ländern sehr verbreitet sind und die gefährliche Leishmaniose verbreiten können. Eine Impfung gibt es nicht und eine Heilung ist nach derzeitigen Erkenntnissen nicht möglich.
Als vorbeugende Maßnahme wurde uns das Scalibor®-Halsband (Hersteller: Hoechst Roussel Vet, jetzt Intervet) empfohlen, welches über die Tierärzte erhältlich ist. Das Band ist wasserfest und ca. 6 Monate wirksam. Wir haben damit übrigens sehr gute Erfahrungen gemacht, da es auch gegen Zecken und anderes Ungeziefer zu wirken scheint; jedenfalls haben wir bei Asha noch keine einzige Zecke gefunden.
Weiterhin wurde eine kleine Reiseapotheke gepackt, die etwas Verbandszeug, Wundsalbe und Medikamente gegen Bindehautentzündung und Durchfall enthielt.

Für die Fahrt sahen wir Etappen von ca. 2 - 3 Stunden Dauer vor. Überall wurde uns geraten, den Hund vor und während der Fahrt nicht zu füttern und stattdessen während der Fahrt Milchdrops zu geben. Außerdem muß das Tier viel Wasser bekommen.
Die Reise gestaltete sich jedoch ganz anders, nämlich völlig unproblematisch.
Wir legten zunächst nach 2 - 3 Stunden Pausen ein, die Asha jedoch nur annahm, wenn sie wirklich ihr Geschäft verrichten mußte. Ansonsten wollte sie gar nicht aus dem Auto raus. Also waren die Pausen fast ausschließlich für die Zweibeiner. Insgesamt kann man sagen, daß sich die Fahrt unkomplizierter gestaltete, als wir befürchtet hatten.
Nach dem Grenzübertritt nach Spanien übernachteten wir in einem Hotel in Burgos. Daß dort Haustiere willkommen sind, hatten wir von zu Hause aus über das Internet abgeklärt.

Asha bekam abends ihre gewohnte Schlafdecke auf den Fußboden und begab sich auch zur Ruhe. Allerdings wachten wir nachts gegen 03.00 Uhr auf, weil es im Bett etwas enger geworden war. Asha hatte sich zu uns auf das Bett geschlichen und lag lang ausgestreckt zwischen uns. Wahrscheinlich war sie in dem Augenblick der glücklichste Berger auf der Welt.
Am nächsten Tag ging es weiter. Die insgesamt 8 Stunden lange Fahrt verlief genauso unproblematisch wie am Tag zuvor. Der Urlaubsort befindet sich an den Ausläufern der Sierra Nevada, so daß sowohl Berge als auch Felder und Strand vorhanden sind.

Andalusien

"Kein Windhund"
Asha liebt die steife Brise am Strand.

Asha hatte also zwei Wochen lang alle Pfoten voll zu tun, die neue Umgebung zu erkunden. Wenn es über Ziegenpfade in die Ausläufer des Gebirges ging, zeigte Asha ihre angeborene Geschicklichkeit an den Hängen. Auf dem Campo bewies sie, daß sie auch in vollem Galopp noch geländegängig ist.
Am Strand drehte sie vor Freude förmlich durch und raste in dem weichen Sand minutenlang mit Höchstgeschwin-digkeit im Kreis.

 Dabei schienen ihr die südlichen Temperaturen nichts auszumachen. Besonderen Spaß hatte sie, wenn es in eine Schlucht mit einem fast ausgetrockneten Flußbett ging. Dort jagte sie dann so schnell sie konnte durch das Wasser um anschließend einen Hang hinaufzuflitzen. Etwas Sorge hatte uns ihr Drang bereitet, alles auf Eßbarkeit zu untersuchen, d.h. alles was irgendwo wuchs oder auf dem Boden lag wurde durchgekaut. Dieses Verhalten wäre in Andalusien recht gefährlich.

Einerseits liegt es in der südländischen Eigenart, Abfall - und nicht nur Hausmüll - immer noch in der freien Natur zu entsorgen und großzügig Insektizide zu gebrauchen, andererseits wachsen dort auch Pflanzen, die für Hunde giftig sind.
Aber auch hier zeigte sich, daß Ashas angeborene Instinkte offenbar hervorragend funktionierten. Abfalltüten wurden zwar untersucht, aber bei Schrott, Farbdosen und giftigen Pflanzen wurde auf die sonst übliche Geschmacksprobe verzichtet.

Auch wenn wir Besuch bekamen oder wir unsere Freunde besuchten zeigte Asha sich als "Vorzeigehund": Gehorsam, freundlich und gleichzeitig zurückhaltend. So war sie sogar den Spaniern, die eher ein distanziertes Verhältnis zum Arbeitstier "Hund" haben, in den Häusern willkommen.
Insgesamt können wir feststellen, daß der Urlaub mit Asha nicht anstrengender oder weniger erholsam war als unsere vorangegangenen Aufenthalte in Andalusien.