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FEDERATION CYNOLOGIQUE INTERNATIONALE (F.C.I.)
Standard FCI Nr. 141/06.02.2002/D
LANGHAARIGER PYRENÄENSCHÄFERHUND (Berger des Pyrénées à poil long)
Ursprung: Frankreich Datum der Publikation des
gültigen Orginalstandards: 13.03.2001
Verwendung: Hütehund auf den Bauernhöfen und Weiden der Pyrenäen.
Klassefikation F.C.I.: Gruppe I : Hüte- und Treibhunde (ausgenommen
Schweizer Sennenhunde)
Sektion 1 : Schäferhunde mit Arbeitsprüfung
HISTORISCHER ABRISS:
Von bescheidener Herkunft, bleibt der langhaarige
Pyrenäenschäferhund bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts in der
offiziellen Kynologie so gut wie unbekannt. Sein Typ variiert von einem
Tal zum anderen, beträchtlich, seine Gestalt und sein Haarkleid sind
sehr unterschiedlich, sein Verhalten und sein Charakter sind jedoch
überall gleich.
Der erste Rassestandard wurde in den Jahren 1921 bis 1925 erstellt; er
hat sich seither recht wenig geändert.
ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD:
Ein Hund, der bei einem Minimum an Größe und Gewicht ein Maximum
an Lebhaftigkeit ausstrahlt.
Sein stets wachsamer Gesichtsausdruck und seine pfiffige, mißtrauische
Miene verbunden mit seiner impulsiven Bewegungsfreude prägen das
charakteristische, einzigartige Auftreten dieses Hundes.
WICHTIGE PROPORTIONEN:
* Der Schädel ist beinahe ebenso lang wie breit.
* Der Fang ist kürzer als der Schädel im Verhältnis 1/3 zu 2/3.
* Die Körperlänge übertrifft die Widerristhöhe.
* Die Entfernung des Ellenbogens vom Boden übertrifft die Hälfte der
Widerristhöhe.
VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN):
Ein kleiner, mutiger Hund, schlau, zur Initiative fähig, seinem
Herrn vollkommen ergeben. Er ist eigensinnig und benötigt im Allgemeinen
eine feste Hand, um seine Energie in die richtigen Bahnen zu lenken und
das Beste aus seiner Intelligenz und Lebhaftigkeit zu machen. Fremden
gegenüber verhält er sich oft mißtrauisch.
KOPF:
Insgesamt gesehen dreieckig.
OBERKOPF:
Schädel: Mäßig entwickelt, fast flach, mit leicht ausgeprägter
Stirnfurche; zu den Seiten hin ist er harmonisch abgerundet, der
Hinterhauptstachel ist wenig betont. Er ist fast ebenso lang wie breit.
Sein vorderer Teil verläuft in sanfter Neigung zum Fang.
Stop: Wenig sichtbar.
GESICHTSSCHÄDEL:
Nasenschwamm: Schwarz.
Fang: Gerade, etwas kürzer als der Oberkopf. Er verjüngt sich
keilförmig, ist jedoch nicht zugespitzt.
Lefzen: Wenig dick; sie bedecken den Unterkiefer vollständig, der
Lefzenwinkel ist nicht sichtbar.
Ihre Ränder und der Gaumen sind schwarz oder kräftig schwarz markiert.
Kiefer / Zähne: Das Gebiß soll vollständig sein. Fangzähne stark,
die Schneidezähne haben Scherenschluß
(die obere Schneidezahnreihe bedeckt ohne Zwischenraum die untere);
Zangengebiß (die Kanten der oberen und unteren Schneidezähne stehen
aufeinander) ist zulässig.
Augen: Ausdrucksvoll, leicht mandelförmig, dunkelbraun; weder
vorstehend noch zu tiefliegend. Bei Hunden mit harlekinfarbenem oder
schiefergrauem Haar sind Wechselaugen zulässig und fast immer
charakteristisch.
Die Lidränder sind - unabhängig von der Fellfarbe - schwarz.
Ohren: Ziemlich kurz sein, am Ansatz mäßig breit; sie sind weder
zu dicht beieinander noch zu weit voneinander oben auf dem Schädel
angesetzt. Üblicherweise kupiert. Beim unkupierten Ohr soll der untere
Teil der Ohrmuschel aufgerichtet und beweglich sein, das obere Drittel
oder die Hälfte soll im Idealfall nach vorn oder zur Seite kippen, wobei
beide Ohren symetrisch sein sollen.
HALS:
Eher lang, genügend bemuskelt, gut von den Schultern abgesetzt.
KÖRPER:
Der Knochenbau ist kräftig, jedoch nicht schwer; trockene Bemuskelung.
Oberlinie: Fest.
Widerrist: Gut ausgeprägt.
Rücken: Ziemlich lang, kräftig.
Lende: Kurz, leicht gewölbt; die Wölbung erscheint stärker
ausgeprägt, da die Behaarung über der Hinterhand und auf der Kruppe
häufig reichlicher ist.
Kruppe: Eher kurz, ziemlich schräg gelagert.
Brustkorb: Mittelmäßig entwickelt, bis zu den Ellenbogen
herabreichend; an den Seiten leicht gewölbt.
Flanken: Nicht tief.
RUTE: Gut befedert, nicht sehr lang, eher tief angesetzt, an der
Spitze einen Haken bildend. In der Aufmerksamkeit soll die Rute kaum
oberhalb der Rückenlinie getragen werden. Viele Exemplare sind kupiert;
einige haben eine angeborene Stummelrute.
GLIEDMASSEN:
VORDERHAND: Gerade, trocken, sehnig, gut befedert.
Schulter: Schulterblatt genügend lang, mäßig schräg gelagert.
Oberarm: Schräg gelagert, mittellang.
Unterarm: Gerade.
Vorderfußwurzel: Das Gelenk ist gut markiert.
Vordermittelfuß: Leicht schräggestellt.
Pfoten: Trocken, ziemlich flach, deutlich oval; dunkle Ballen.
Nägel klein und hart, von Haar bedeckt, das sich auch unter der Pfote
zwischen den Ballen findet.
HINTERHAND: Ziemlich geschlossene Winkelungen. Bei Hunden mit
halblangem Haar sind die Läufe frei von Befederungen.
Oberschenkel: Nicht sehr lang, mäßig schräg, muskulös, "muskelbepackt".
Kniegelenk: Gut gewinkelt , parallel zur Körperachse gelagert.
Unterschenkel: Ziemlich lang, schräg gestellt.
Sprunggelenk: Trocken, tief gestellt, gut gewinkelt; gelegentlich
etwas enghessig stehend.
Hintermittelfuß: Senkrecht oder sehr leicht schräg nach vorn
gestellt.
Pfoten: Trocken, ziemlich flach, deutlich oval. Dunkle Ballen.
Nägel klein und hart, von Haar bedeckt, das sich auch unter den Pfoten
zwischen den Ballen findet.
Afterkrallen: Können an den Hinterläufen einfach oder doppelt
vorhanden sein oder fehlen.
GANGWERK / BEWEGUNG:
Im Schritt ist die Bewegung des Pyrenäen-Schäferhundes ziemlich
verkürzt. Der Trab, seine bevorzugte Gangart, soll frei und kraftvoll
sein. Im langsamen Trab wird der Kopf etwas angehoben, im verlängerten
Trab wird er auf Höhe der Rückenlinie getragen. Die Pfoten werden
niemals stark angehoben, die Bewegungen sind fließend, wobei die Pfoten
dicht über den Boden gleiten.
HAUT:
Fein; unabhängig von der Fellfarbe oft mit dunklen Flecken marmoriert.
HAARKLEID:
HAAR: Lang oder mittellang, jedoch stets dicht, fast flach oder
leicht gewellt; dichter und wolliger über der Kruppe und auf den
Schenkeln; in seiner Textur ein Mittelding zwischen Ziegenhaar und
Schafwolle.
Die Mischung aus trockenem und wolligem Haar bildet bei manchen Hunden
Zotten oder Schnüre, auch "Cadenetten" genannt, oder manchmal Platten,
die schuppen- oder dachziegelartig die Kruppe und die Schenkel bedecken.
"Cadenetten" finden sich sogar an der Brust und an der Vorderhand in
Höhe der Ellenbogen.
Das Haar am Fang ist kürzer und weniger dicht. Am Ende des Fanges,
manchmal auch am ganzen Fang, liegt das Haar an und hat die
Wuchsrichtung von vorn nach hinten. An den Seiten und den Wangen ist das
Haar länger und erscheint wie wie durch einen Windstoß von vorn
zurückgeweht. Die Augen müssen gut sichtbar sein, ohne von Haar bedeckt
zu werden.
FARBE:
Mehr oder weniger dunkles Fauve mit oder ohne Beimischung schwarzer
Haare und gelegentlich etwas Weiß an Brust und Gliedmaßen; mehr oder
weniger intensives Grau, oft mit Weiß an Kopf, Brust und Gliedmaßen;
Harlekin (d.h. mit Schwarz gesprenkeltes Blau). Ebenso kommen die Farben
Gestromt, Schwarze und Schwarz mit weißen Flecken vor. Die reinen Farben
werden bevorzugt.
GRÖSSE:
Rüden: von 40 bis 48 cm
Hündinnen: von 38 bis 46 cm
Eine Toleranz von bis zu 2 cm ist bei vollkommen typischen Hunden
zulässig.
FEHLER:
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muß als Fehler angesehen
werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung
stehen sollte.
Allgemeines Erscheinungsbild: Schwerfälliger Hund ohne
Lebhaftigkeit; plumpe Muskulatur; Mangel an Ausdruck.
Kopf: Spitzbogiger Schädel, gewölbte Stirn, Stop zu stark betont
oder nicht vorhanden.
Fang: Quadratisch oder rechteckig, Pigmentmangel an Nasenschwamm
oder Lefzen.
Augen: Hell oder mit scheuem Ausdruck. Lidränder depigmentiert.
Ohren: Dick, schwer, flach an den Kopfseiten herabhängend,
asymetrisch getragen.
Hals: Dick oder zu schwach, so kurz, daß der Kopf direkt auf den
Schultern sitzt.
Körper: Rücken eingesenkt oder gewölbt, überbaut, Bauch
windhundartig aufgezogen oder hängend.
Schwerer quadratischer Körperbau; Oberlinie ganz waagerecht;
Karpfenrücken; flache Kruppe.
Rute: Fehlender Haken an der Spitze.
Vorderhand: Doppelte Daumenkrallen; fehlerhafter Stand.
Schulterblatt: Zu steil gelagert oder zu kurz.
Hinterhand: Zu offene Winkelung der Sprunggelenke; fehlerhafter
Stand.
Pfoten: Dick; Katzenpfoten; lange oder weiße Nägel.
Haar: Übermäßig viel Haar am Kopf, vor allem, wenn es die Augen
bedeckt und am Fang einen griffonähnlichen Schnauzbart. Schlechte
Textur, weiches oder drahtiges, gelocktes oder sich kräuslendes Haar.
Haarkleid, dem es an Dichte oder Stärke fehlt.
Farbe: Weißscheckung in mehr als einem Drittel der Behaarung.
Harlekinfarbenes Haar mit mangelndem Kontrast zwischen dem Grau und dem
Schwarz oder mit fauvefarbenem Anflug. Sehr verwaschene Haarfarbe.
Schwarz mit lohfarbenen Abzeichen an Kopf und Gliedmaßen ("schwarz mit
fauvefarbenen Abzeichen ").
Gangwerk / Bewegung: Kurzer oder steppender Trab; "Hackney"-Bewegung.
SCHWERE FEHLER:
Ohren: Natürliche Stehohren.
Rute: Über den Rücken gebogen oder eingerollt.
AUSSCHLIESSENDE FEHLER:
Farbe: Weißes Fell oder sonstige nicht im Standard genannte
Farbe. Jede andere Farbe als vollkommen schwarz.
Kiefer: Rückbiß oder Vorbiß oder jegliche Kiefermißbildung.
Glasaugen bei Hunden, die nicht harlekinfarben noch schiefergrau sind.
Rosa Augenlider. Hellgelbe Augen.
Größe: Über- oder unterhalb der Größengrenzen.
Nachsatz: Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte
Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.
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